Theorie und Praxis der Auswärtigen Politik

Deutsche Juristenbiographien, Teil 7: Erich Kaufmann (1880 – 1972) Matthias Wiemers Der hier vorzustellende Rechtswissenschaftler wird bereits im ausgehenden Kaiserreich Hochschullehrer und ist in der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik vornehmlich als Rechtsberater des Auswärtigen Amts tätig. Seine jüdische Herkunft lässt ihn das „Dritte Reich“ in Den Haag überleben. Erich Kaufmann wird am 21. […]

Diplomat in bewegter Zeit

Deutsche Juristenbiographien, Teil 7: Richard von Kühlmann (1873-1948) Matthias Wiemers Richard von Kühlmann wird am 3. Mai 1873 in Konstantinopel geboren, wo sein Vater, der Jurist Otto von Kühlmann, Generaldirektor der Anatolischen Eisenbahn ist. Die Nobilitierung der Familie erfolgt, beginnend mit dem Vater Otto, im Jahre 1892 durch Kaiser Wilhelm II. Im Alter von etwa […]

Ein Jurist als Pionier der Soziologie in Deutschland

Deutsche Juristenbiographien, Teil 2: Max Weber (1864–1920) Matthias Wiemers Max Weber spielt in soziologischen und auch politischen Debatten bis heute eine wahrnehmbare Rolle. Welcher Politiker, der in einer Rede gelehrt klingen will, zitiert nicht gerne das „Bohren dicker Bretter“ als Aufgabe des Politikers oder eine andere Sentenz aus Webers Rede „Politik als Beruf“? Aber Max […]

Brandung statt Paragraphen

Der Roman „Nullzeit“ von Juli Zeh Katharina Stosno Tauchen ist einfach nicht mein Ding. Sogar beim „Seepferdchen“ musste ich deshalb tricksen: Während alle braven Kinder zu ihrem Ring am Beckenboden tauchten, nutzte ich die erstbeste Unaufmerksamkeit des Schwimmlehrers, um meinen Ring durch eine gekonnte Beinbewegung an die Wasseroberfläche zu befördern. Womit ich allerdings nie ein […]

Panther, Tiger und Co.

Werdegang und publizistisches Wirken des Juristen Kurt Tucholsky Jochen Barte Kurt Tucholsky ist – immerhin – ein Autor, den man auch heute nicht erst durch langatmige Einführungssätze vorstellen muss. „Tucho“, wie er von ihm nahestehenden Personen gerne genannt wurde, ist im kollektiven Gedächtnis der Nation immer noch sehr präsent. Allerdings ist er – wie es […]

Geschichte eines Juristen, der Publizist wurde

Die Haffner-Biografie von Jürgen Peter Schmied Jochen Barte An profunden Biografien zum Thema Sebastian Haffner besteht gewiss kein Überangebot. Und so ist es auch grundsätzlich lobenswert, dass Jürgen Peter Schmied sich der Herausforderung gestellt hat, das Leben dieses komplizierten und in vielen Fällen extravaganten Intellektuellen nachzuzeichnen. Leider ist dabei aber ein knapp fünfhundert Seiten umfassender […]

Jurist auf Reisen

Von Goslar bis St. Tropez: „Unterwegs mit Kurt Tucholsky“ durch eine vergangene Welt Jochen Barte Wer nicht weiß, dass Kurt Tucholsky (1890-1935) promovierter Jurist war, wird es durch die Lektüre des im S. Fischer-Verlag erschienen Bändchens „Unterwegs mit Kurt Tucholsky“ explizit auch nicht erfahren. Dort sind Reiseberichte der Jahre 1922 bis 1931 versammelt, die Tucholsky […]

Falsches Genre

Marcel Proust und der erste Band seiner „Recherche“ Thomas Claer Manche Menschen gehen so weit, ihr Leben gedanklich in zwei ungleiche Hälften zu unterteilen: in die Lebenshälfte vor und in die nach der „Verlorenen Zeit“. Dies zeigt die überwältigende Wertschätzung der Lektüre dieses Meisterwerks der literarischen Moderne unter Kennern. Zwischen 1913 und 1927 erschien das […]

Recht persönlich: Der Justament-Fragebogen

HEUTE: Dr. Wolfgang Bittner Nachdem er sich während des Referendariats zuweilen wie eine Figur aus Kafkas Romanen vorkam, entschloss sich der Dichterjurist nach einem kurzen Zwischenspiel als Rechtsanwalt zu einer Existenz als freier Schriftsteller. Den Auftakt bildeten 1975 seine polemischen „Rechts-Sprüche“, in denen er mit der Justiz abrechnete. Seitdem schreibt der 1941 im heute polnischen […]

Nach England und zurück

Sebastian Haffner: Geschichte eines Juristen (2. Teil) Jochen Barte Der Entschluss, nach England zu emigrieren, ist Haffner sehr schwergefallen. Da Haffner die Nazis ästhetisch und ideologisch ablehnte, hatte er sich noch in Deutschland auf eine journalistische Nischenexistenz verlegt. Bis zu seiner Flucht im Jahr 1938 schreibt Haffner vorwiegend unpolitische Feuilletons, wobei er ein buntes Potpourri […]