Sprich mit mir!

Die professionelle Spracherkennung: Voice Pro 12 Legal

Patrick Mensel

Die Idee mit einem Computer zu sprechen ist nicht neu; ihre Umsetzung auch nicht. Schon seit vielen Jahren gibt es Spracherkennungssoftwares, die das Gesprochene ohne Zeitverlust niederschreiben. Früher wurden oftmals die langsame Umsetzung oder die hohe Fehlerhäufigkeit bemängelt, die die Spracherkennung zu einem zähen und langatmigen Prozedere machten. Das ist wohl einer der gewichtigsten Gründe, warum sich die automatische Spracherkennung – vor allem im privaten Bereich – noch nicht wirklich durchsetzen konnte. Die neueren Programmgenerationen wollen mit diesen Missständen brechen, so auch Voice Pro 12 Legal von linguatec. Es verspricht Erkennungsraten von bis zu 99 %, bequeme Handhabung und vielseitigen Einsatz.

Voice Pro 12 gibt es in 6 Versionen. Die Hauptunterschiede der Versionen liegen in dem Zusatzvokabular – vor allem in den fachspezifischen Zusätzen, wie es sie für die Rechtswissenschaften und die Medizin gibt. Andere Unterscheidungen gibt es bei den SmartCommands, der Benutzerverwaltung und der Überprüfungsfunktion. So kann jeder Benutzer die Version gemäß seinen individuellen Anforderungen auswählen, ohne zu viel Ausstattung mitkaufen zu müssen. Dabei hat linguatec eine gute Einteilung bewiesen, so dass z. B. Besitzer eines USB-Headsets auf diese Erweiterung in der Standardversion verzichten können.
Die Hardwareanforderung von Voice Pro 12 sind sehr hoch. Benötigt werden ein Intel Pentium 2,4 GHz oder 1,6 GHz Dual Core-Prozessor oder ein gleichwertiger AMD-Prozessor, 1 GB freier Arbeitsspeicher, 500 MB – 1 GB freier Festplattenspeicher und Windows Vista oder Windows 7. Die hohen Hardwareanforderungen sind damit zu erklären, dass moderne Spracherkennungsprogramme aufgrund der Komplexität einfach eine hohe Rechenleistung brauchen. Die Tatsache, dass Nutzer der beliebten und immer noch sehr weit verbreiteten Windows XP-Plattform ausgegrenzt werden, mag bei manch einem Interessierten auf Verwunderung stoßen, zumal viele Windows XP-Systeme diese Hardware-Anforderungen auch erfüllen. Die Entscheidung Windows XP auszulassen, war sicherlich ein Schritt in die Zukunft, hat aber auch einen großen potentiellen Kundenkreis gekostet.

Nach der einfachen Installation muss Voice Pro 12 online aktiviert werden, andernfalls ist nach Ablauf von 30 Tagen das Produkt unbrauchbar. Dieser Schritt ist in den letzten Jahren seitens der Softwarehersteller immer öfter gegangen worden, da der Ärger über Software-Piraten immens zugenommen hat. Die Aktivierung allein ist aus Sicht des Herstellers sicher notwendig und dabei immer noch als benutzerfreundlich einzustufen. Allerdings kann der mitübertragene Hardwarecode durchaus auf Ablehnung stoßen. Mit Hilfe dieses Codes kann der Hersteller überprüfen, auf welchem System welcher Lizenzschlüssel freigeschaltet wurde. Linguatec gestattet drei verschiedenen Computer-Systemen die Freischaltung. Sollte danach ein Rechnertausch durchgeführt werden, so ist dies nur über den Weg des technischen Supports möglich. Benutzer, die ihren PC schnell austauschen oder öfter nachrüsten und so einige Hardwarekomponenten austauschen, kommen in absehbarer Zeit an das Limit dieser Freischaltung. Benutzer, welche die Software ohnehin nur auf einem PC laufen lassen und darüber hinaus aus Hardwaresicht nur selten tauschen, mag die Begrenzung wohl nicht weiter stören.

Die Arbeit mit Voice Pro 12 Legal gestaltet sich als sehr angenehm und übersichtlich. Zu Beginn kann sogar auf ein Diktiertraining verzichtet werden; man kann auch augenblicklich starten. Für Ungeduldige oder Opponenten eines 30-Minuten-Trainings – wie es bei vergleichbaren Spracherkennungsprogrammen der Fall ist – eine erfrischende Neuheit! Wer die Erkennungsraten verbessern will, dem sei eine kurze Sprechübung nahegelegt, bei der man auch gleich etwas über das Programm an sich erfährt. Man kann also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Benutzeroberfläche ist einfach zu verstehen, die Bedienung weitestgehend intuitiv. Entweder setzt man das Programm zum Diktieren in Textbearbeitungsprogrammen ein oder man steuert seinen PC. Letzteres ist durch die SmartCommands besonders effektiv gelungen. Mit dieser Möglichkeit können z. B. immer wiederkehrende Befehle schneller ausgeführt werden oder Windowsprogramme geöffnet oder geschlossen werden. Benutzer, die ihren Computer lieber mit ihrer Stimme als mit Mausklicks steuern wollen, werden daran ihre wahre Freude haben. So können auch Suchanfragen ins Internet schnell und komfortabel abgegeben werden. Diese SmartCommands heben Voice Pro 12 klar von anderen Spracherkennungssoftwares ab und machen deutlich, worin die Zukunft der Spracherkennung liegt: Das Bedienen des PCs allein durch Stimme.
Diktiert man nun seinen Text, so sollte man sich unbedingt einer lauteren Stimme mit deutlicher Aussprache befleißigen. Je deutlicher die einzelnen Wörter ausgesprochen werden, desto höher steigt die Erkennungsrate. Weiterhin sollte man flüssig reden. Langsames Sprechen wirkt sich eher negativ aus und lässt mehr Fehler entstehen. Die Zahl der Fehler ist durch den Basiswortschatz und die juristischen Fachtermini äußerst niedrig. Selbst bei komplizierten Texten liegt die Erkennungsrate von den versprochenen 99 % nicht weit entfernt. Natürlich müssen Fehler auch ausgebessert werden. Dieser Korrekturaufwand hält sich in Grenzen und kostet den Benutzer nicht viel Zeit. Durch Verwenden des Head-Sets sind die Hände frei und damit kann bei möglichen Fehlern auch manuell schnell eingegriffen werden. Zählt man das sicher lästige Korrigieren zu der Diktierzeit dazu, so ist man aber immer noch schneller als beim sturen Tippen. Bei Fragen kann das ausführliche Handbuch zu Rate gezogen werden. Von Vorteil – besonders zu Anfang – ist die mitgelieferte Registerkarte mit einer übersichtsartigen Auflistung der Befehle. Diktierer, die weniger an direkter Spracherkennung als an der Transkription ihrer aufgenommenen Worte interessiert sind, kommen bei Voice Pro 12 auch auf ihre Kosten. Diese Arbeit übernimmt das Programm automatisch.
Mit Voice Pro 12 Legal hat der Benutzer ein überaus leistungsfähiges und genaues Programm zur Hand. Erfüllt das System erst die hohen Anforderungen, so kommt man in den vollen Genuss aller Funktionen. Dabei wird neben der Spracherkennung auch die Computersteuerung immer wichtiger. Ein Trend, den linguatec gut erkannt und für sich genutzt hat. Die Erkennungsrate ist sehr hoch und das Programm zeichnet sich durch eine stabile Zuverlässigkeit aus. Wer erst einmal Voice Pro 12 eingesetzt und die Vorzüge erkannt hat, der wird so schnell nicht mehr den Mund halten.

Voice Pro 12 Legal
linguatech
369,00 € inkl. MwSt.

Veröffentlicht von on Jan 10th, 2011 und gespeichert unter BESPRECHUNGEN, LITERATUR. Sie können die Kommentare zu diesem Beitrag via RSS verfolgen RSS 2.0. Sie können eine Antwort durch das Ausfüllen des Kommentarformulars hinterlassen oder von Ihrer Seite einen Trackback senden

Hinterlassen Sie einen Kommentar!