„Das Recht des Todes“ von Karl-Heinz Muscheler
Florian Wörtz
Muschelers Monografie soll direkt ein neues Rechtsgebiet begründen. Der emeritierte Bochumer Rechtsprofessor Karl-Heinz Muscheler beschäftigt sich mit der Thematik Sterben und Tod in allen verschiedenen Rechtsgebieten: Straf-, Zivil-, Verwaltungs- und Verfassungsrecht. Rechtsfragen wie „Recht gegen den Tod“ (aus strafrechtlicher Perspektive), „Recht auf den Tod“ (Suizid und Sterbehilfe), „Recht des Todes: Bestimmung von Tod und Todeszeitpunkt“, „Das Recht und der Leichnam“, „Das postmortale Persönlichkeitsrecht“, „Die Enteignung der Toten“ sind die einzelnen Kapitel, in denen das Thema Sterben und Tod umfassend sowohl juristisch als auch philosophisch abgehandelt wird. Die Lektüre ist schwer, da die Beschäftigung mit dieser Materie kein einfacher Zeitvertreib ist. Muscheler wählt immer wieder einen pointierten, zuspitzenden Ansatz und arbeitet sich im Laufe des Werkes in gewisser Weise auch am Thema regelrecht ab.
Insgesamt lohnt sich die Lektüre auf jeden Fall, zumal in der hiesigen Kultur das Thema Tod auch gerne gemieden wird. In Mexiko wird beispielsweise eine andere Todeskultur gepflegt, zentral verkörpert durch den Día de Muertos, der den Tod als Teil des Lebens feiert, anstatt ihn zu fürchten.
Muscheler, Karl-Heinz: Das Recht des Todes, Grundlegung einer juristischen Thanatologie, 1. Auflage 2024, 617 Seiten, Verlag Duncker & Humblot. ISBN 978-3-428-19333-2, 89,90 €