Das „Handbuch des arbeitsgerichtlichen Verfahrens in 7. Auflage
Ludwig Deist
Hält man die jüngst erschienene 7. Auflage des „Handbuchs des arbeitsgerichtlichen Verfahrens“ von Ostrowicz, Künzl und Scholz in den Händen, ist der erste Gedanke: Sollte tatsächlich Ex-Kanzler Olaf Scholz, der ja bekanntlich auch über eine signifikante Expertise im Arbeitsrecht verfügt, an diesem Werk mitgewirkt haben? Die kurze Antwort lautet: Nein, das hat er nicht. Es handelt sich hier um einen anderen renommierten Arbeitsrechtler dieses Namens, nämlich um Christian Scholz, welcher Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein ist. Dieser ist auch kein Bruder unseres Kanzlers a.D., denn dessen zwei Brüder sind in einem Fall Medizinprofessor und im anderen IT-Unternehmer. Und schließlich darf man jenen Landesarbeitsrichter Christian Scholz, den Co-Autor dieses „Handbuchs des arbeitsgerichtlichen Verfahrens“, auch nicht mit dem exakt gleichnamigen österreichischen Wirtschaftsprofessor Christian Scholz verwechseln, der u.a. besonders intensiv über die Arbeitswelt geforscht hat.
Nachdem all das geklärt ist, blättert man also im neuen Werk, das erkennbar für die Praxis geschrieben ist, also für Prozessvertreter, ob Anwälte oder Vertreter der Verbände, für Personalverantwortliche, Betriebs- und Personalräte sowie für die Berufsrichter der Arbeitsbarkeit. Das Buch liefert beinahe alles, was man so braucht im Arbeitsgerichtsprozess: Formulierungshilfen für sachgerechte Anträge in allen Verfahren und Instanzen; systematische Darstellungen, die nicht zuletzt auch Neulingen im Arbeitsrecht exzellente Orientierung geben, sowie Lösungen von Streitfragen, die sich an der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts orientieren, ohne dabei das arbeitsrechtliche Schrifttum zu vernachlässigen. Kurzum, die Verfasser legen eine systematische und umfassende Bestandaufnahme aller Verfahrenslagen des Arbeitsgerichtsprozesses einschließlich seiner europäischen und internationalen Bezüge vor.
Die 7. Auflage, erschienen sechs Jahre nach der Vorauflage, hat die einschlägige aktuelle Rechtsprechung sowie sämtliche relevante Gesetzesänderungen seitdem sorgfältig eingearbeitet, so etwa die verpflichtende elektronische Kommunikation für Rechtsanwälte über das beA (besondere elektronische Anwaltspostfach) seit 01.01.2022, die Ausweitung dieser Pflicht auf nichtanwaltliche Verbandsvertreter seit 01.01.2026, wichtige Reformgesetze zum elektronischen Rechtsverkehr und zur Digitalisierung der Justiz (u.a. ERVV, ERV-Ausbau-Gesetz mit den neuen Zustellungsregeln), arbeitsgerichtliche Neuregelungen zur Videoverhandlung sowie die Besonderheiten des statthaften schriftlichen Verfahrens ab dem zweitinstanzlichen Urteilsverfahren. So bleibt der Ostrowicz/Künzl/Scholz auch in seiner Neuauflage eine wertvolle Stütze für all jene, die sich im schweren Fahrwasser des arbeitsgerichtlichen Prozesses zu bewähren haben.
Ostrowicz / Künzl / Scholz
Handbuch des arbeitsgerichtlichen Verfahrens
Erich Schmidt Verlag, 7. Auflage 2026
911 Seiten; 164,00 Euro
ISBN: 978-3-503-24405-8
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